DAS IMMOBILIEN-LEXIKON

DAS IMMOBILIEN-LEXIKON VON KARWENDELFIN

Annuitätendarlehen
Es handelt sich um ein langfristiges Darlehen, das vom Darlehensnehmer in gleichbleibenden Raten zurückgezahlt wird. Die sogenannte Annuität setzt sich aus Tilgungsanteil und Zinsanteil zusammen. Während der Laufzeit wird der Zinsanteil pro Rate geringer. Da der Gesamtbetrag der Kreditrate sich nicht verändert, steigt der Zinsanteil durch die eingesparten Zinsen.

Bauherrenhaftpflicht
Wenn Dritte bei einem Bauvorhaben einen Schaden erleiden, wird der Bauherr in finanziellen Anspruch genommen. Um sich dagegen abzusichern, wird Bauherren der Abschluss einer Bauherrenhaftpflichtversicherung empfohlen.

Bauleistungsversicherung
Während des Bauens können Schäden am Bau, der Baustelle und an den Baumaterialien entstehen. Um sich gegen den finanziellen Schaden abzusichern, kann der Bauherr eine Bauleistungsversicherung abschließen.

Bauspardarlehen
Ein Bauspardarlehen kann der Bauherr nach der Ansparphase verwenden, wenn der Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Bausparguthaben und Bauspardarlehen ergeben zusammen die Bausparsumme, die beim Abschluss eines Bausparvertrags festgelegt wurde. Die Bausparsumme wird zunächst anteilig angespart. Nach der Zuteilung wird der fehlende Betrag zur vollen Bausparsumme als Kredit gewährt. Dieser Betrag wird in der Folgezeit zu einem bei Abschluss des Vertrags festgeschriebenen Zinssatzes getilgt.

Bauzeitzinsen
Gemeint sind Zinsen, die während der Bauzeit für die schon ausgezahlte Summe des Darlehens anfallen.

Bereitstellungszinsen
Zinsen, die an das Kreditinstitut zu zahlen sind für ein Darlehen, das zwar schon abgerufen werden kann, aber vom Darlehensnehmer noch nicht oder nur zum Teil in Anspruch genommen wurden.

Bonitätsprüfung
Wie bei allen Kreditvergaben muss sich der Kreditnehmer auch bei einem Darlehen für den Hausbau einer Bonitätsprüfung durch den Kreditgeber unterziehen. Es wird die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers überprüft. Sind zum Beispiel Schulden vorhanden? Wie hoch ist das aktuelle Einkommen? Mit Einwilligung des Darlehensnehmers werden Auskünfte bei der Schufa eingeholt.

Darlehensrate
Tilgungsrate und Zinsleistung ergeben zusammen die Darlehensrate. Während die Zinsleistung abnimmt, erhöht sich die Tilgungsrate innerhalb der Darlehensrate. Daher lohnt es sich, nach einer gewissen Zeit die Tilgungsrate zu erhöhen, wodurch Zinsen gespart werden.

Effektivzins
Der Effektivzins umschreibt den Preis für ein Darlehen. Darin sind praktisch alle Preisbestandteile enthalten. Ausgenommen sind unter anderem Schätzkosten, Kontoführungsgebühren und Bereitstellungszinsen. Die Berechnung ist in der Preisangabenverordnung geregelt. Der Effektivzins ermöglicht es dem Bauherrn, verschiedene Angebote objektiv zu vergleichen.

Eigenkapital
Gemeint sind die persönlichen Vermögenswerte, die für die Finanzierung der Immobilie eingesetzt werden können. Bargeld, Sparguthaben und Wertpapiere zählen ebenso zum Eigenkapital wie Bausparguthaben, Eigenleistungen und ein eigenes Grundstück, das frei von Belastungen ist.

Endfällige Tilgung
Bei dieser Art der Tilgung wird der Kredit nicht in monatlichen Raten zurückgezahlt. Die Tilgung erfolgt am Ende der Laufzeit in einer Summe.

Feuerversicherung
Beim Hausbau wird zwischen der Feuerrohbauversicherung und der Feuerversicherung unterschieden. Die Feuerversicherung als solche existiert nicht mehr. Sie ist Bestandteil der Gebäudeversicherung. Die Feuerrohbauversicherung kann gesondert für die Zeit der Bauphase abgeschlossen. Es gibt aber auch Gebäudeversicherungen, die eine Feuerrohbauversicherung beinhalten, die dann auch während der Bauphase abgeschlossen sein muss.

Forward-Darlehen
Mit einem Forward-Darlehen kann der Kreditnehmer die Konditionen für eine Anschlussfinanzierung bis zu 60 Monate im Voraus festschreiben. Das Risiko einer Zinsänderung lässt die Bank sich mit einem Forward-Aufschlag bezahlen.

Gebäudeversicherung
Spätestens wenn das Haus bezugsfertig ist, braucht jeder Bauherr eine Gebäudeversicherung, Sie versichert gegen Feuer, Sturm und Hagel ebenso wie gegen Lawinen und Erdbeben und Wasserschäden durch defekte Wasserrohre. Wenn auch in Deutschland inzwischen eine Gebäudeversicherung keine Pflicht mehr ist, so sollte dennoch kein Immobilienbesitzer darauf verzichten.

Grundbuchfalle
Wird ein Darlehen in mehreren Teilbeträgen und mit verschiedenen Laufzeiten aufgenommen, müssen unter Umständen am Ende der Laufzeit eines Vertrags bei einem Neuvertrag zur Anschlussfinanzierung bei einer anderen Bank schlechtere Bedingungen in Kauf genommen werden. Bei einem laufenden Darlehen steht die alte Bank im Grundbuch an erster Stelle. Die neue Bank hat daher nur ein nachrangiges Recht auf die Immobilie als Sicherheit. Für das höhere Risiko der Bank muss der Kunde höhere Zinsen aufwenden.

Grundschuldzins
Mit der Grundschuld wird auch der Grundschuldzins im Grundbuch eingetragen. Die Grundschuld entspricht in der Regel der Höhe des Darlehensbetrags. Dagegen weicht der Grundschuldzins vom Darlehenszins ab. Er ist erheblich höher, damit der Gläubiger weitere Forderungen im Falle einer Zwangsversteigerung bedienen kann.

KfW-Darlehen
Im staatlichen Auftrag werden von der KfW-Bankengruppe private Bauvorhaben mit zinsgünstigen Krediten unterstützt. Dabei werden die Kredite nur über durchleitende Kreditinstitute vergeben. Unter anderem werden von der KfW der Kauf oder der Bau selbstgenutzter Eigentumswohnungen oder Häuser gefördert. Es können unter Umständen bis zu 30 Prozent der Gesamtkosten finanziert werden. Unter den Fördermaßnahmen ist auch ein Programm, das energiesparende Bauvorhaben fördert.

Liquiditätsreserve
Für den Notfall sollten finanzielle Rücklagen vorhanden sein. Sechs Monatsgehälter gelten als Faustregel für die persönliche Liquiditätsreserve.

Prolongation
Wenn beim gleichen Darlehensgeber der Kredit verlängert wird, werden nur die Zinsen neu angepasst.

Riester-Förderung
Der Bauherr kann schon beim Bausparen eine Riester-Zulage erhalten, die dann in den Bausparvertrag einfließt. Ansonsten gilt die Riester-Förderung für den Bau und Erwerb von Häusern oder Eigentumswohnungen, wenn sie selbst genutzt werden. Seit 2013 darf jedes Kapital, das in Riester-Verträgen angespart wurde, zur Entschuldung einer selbstgenutzten Wohnimmobilie verwendet werden. Wenn eine Wohnung altersgerecht umgebaut werden soll, kann ebenfalls das Geld aus einem Riester-Vertrag dazu eingesetzt werden.

Sonderkündigungsrecht
Sind Darlehensverträge länger als zehn Jahre festgeschrieben, gibt es nach § 489 BGB ein Sonderkündigungsrecht. Nach Ablauf der zehn Jahre kann der Darlehensnehmer mit einer Frist von sechs Monaten kündigen.

Sondertilgung
Sondertilgungen verkürzen die Gesamtlaufzeit des Darlehens. Die außerplanmäßige Reduzierung der Schulden kann in der Regel einmal im Jahr vorgenommen werden.

Volltilger-Darlehen
Annuitätendarlehen sind am Ende der Zinsbindung abbezahlt. Bei einer kürzeren Laufzeit, fällt der monatliche Tilgungsanteil höher aus. Das wird von den Banken mit günstigeren Zinsen belohnt.

Vorfälligkeitsentschädigung
Wer sein Darlehen vor der vereinbarten Laufzeit ablösen will, muss dem Kreditinstitut meist eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen.

Wohnförderkonto
Das Konto dient dazu, die Besteuerung von Wohn-Riester-Nutzern zu ermitteln. Auf dem Konto sind sowohl die geförderten Eigenbeträge als auch die staatlichen Zulagen ausgewiesen. Für die angehäufte Summe sind aktuell 2 Prozent Zinsen pro Jahr zu entrichten.

Zweckerklärung
Es handelt sich um eine vertragliche Vereinbarung zwischen Darlehensnehmer und Darlehensgeber. Darin wird geregelt, für welche Verbindlichkeit die benannte Grundschuld als Sicherheit dient. Dadurch kann der Darlehensgeber keine anderen Forderungen über das Grundpfandrecht beanspruchen.